Warum ich Feministin bin.

Ich mag nicht wegschauen, wenn Menschen anderen Menschen wehtun. Natürlich könnte ich das und es wäre wahrhaft einfacher. Aber: ich bin so nicht erzogen worden.

 

Was mich zu dem macht, was ich geworden bin

Ich wurde in einer Familie von Frauen gross. Meine Urgrossmutter, meine Grossmütter, meine Mutter und meine Stiefmutter waren und sind allesamt Frauen, die viel in ihrem Leben erlebt haben. Meine Urgrossmutter Anna beispielsweise verlor ihre Tochter während der Spanischen Grippe und erkrankte in den 40ern an Brustkrebs. Wie sie daran gestorben ist, möchte ich gar nicht denken.

Meine Grossmutter durfte nicht einmal einen Beruf lernen, sondern arbeitete nach der Schule zuerst in einer Fabrik. Sie hat nie Auto fahren gelernt. Dank ihres Arbeitswillens, mein Grossvater verlor während der Spinnereikrise mehrere Male seine Arbeit, hat sie die Familie über die Runden gebracht.

Meine Mutter war eine leidenschaftliche Hausfrau. Sie hat, gemeinsam mit meinem Vater, in einer Schule gearbeitet. Nach der Scheidung ging sie zurück in den Verkauf. Diese Arbeit hat sie geliebt. Ihr war es ziemlich egal, was andere Leute über sie gesagt haben.

Meine Stiefmutter ist eine Frau, die nicht nur perfekt haushaltet, sondern auch Vereine mit klaren Worten, Engagement und Humor anführt. Für sie hat es nie eine Rolle gespielt, was eine Frau gesellschaftlich darf oder nicht. Sie ist eine Macherin. Das bewundere ich sehr.

 

Vorbilder

All diese Frauen sind mir Vorbilder. Es reicht nicht, einfach zu sagen: heute haben wir Frauen es besser. Jammern bringt’s auch nicht. Es ist bloss Wasser auf die Mühlen all jener Leute, die Frauenthemen eh unnötig finden. Feministin sein bedeutet für mich, mich für Menschenrechte einzusetzen mit dem Wissen, dass Frauen auch Menschen sind.

Ich mag mich für alle jene Frauen einsetzen, die in schwierigen Situationen sind, ganz egal ob sie verheiratet, geschieden, allein erziehend, lesbisch oder Ausländerinnen sind. Einsatz bedeutet für mich Unterstützung, Engagement und nicht einfach leere Worte. Vernetzung ist das, was die Männer uns voraus haben. Wir sollten uns daran ein Beispiel nehmen.

Dämliche Zickenkriege unter uns Frauen reissen tiefere Gräben als es chauvinistische Sprüche je könnten.

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