Bloggers Lieblinge: Kosmetik – Ich verrate auf was ich schwöre #blogparade

Heute abend hatte ich das Vergnügen, die Blogbeiträge von Mona und Rahel zu lesen, die ihre Beautytipps zum besten gaben. Weil ich #Blogparade mag, nehme ich den Stock gerne auf und schreibe über meine eigenen Erfahrungen.

Ich litt als junge Frau unter sehr starker Akne. Dementsprechend kritisch war jahrelang mein Selbstbild. Das hat sich erst geändert, als ich gegen die 30 ging. Den Rat einer lieben Freundin befolgend, suchte ich eine Kosmetikerin auf. Diese hat innerhalb weniger Monate meiner jahrelangen Scham und Pein mithilfe regelmässiger Behandlungen ein Ende bereitet.

Seither hat sich meine eigene Einstellung zu meinem Gesicht und meiner Haut massiv verändert. Ich kann meine Haut heute problemlos pflegen und mich schminken und sehe auch dem unvermeidlichen Alterungsprozess gelassen entgegen.

Ich finde, eine Frau sollte sich so herrichten, wie sie es mag, weil sie es mag und sie sich gern hat. Nur weil frau Feministin ist, heisst das nicht, dass sie wie ein verlottertes Zelt herum marschieren muss. Darum: dein Körper ist dein Haus.

Allen Frauen da draussen rate ich …
stylt euch ohne Rücksicht auf Stylingtipps. Frau ist so schön, wie sie sich fühlt. Wer unsicher ist, sollte sich bei einer Kosmetikerin ihres Vertrauens und Gustos beraten lassen. Das kostet zwar was, ist aber auf jeden Fall gut investiertes Geld.

Mein peinlichstes Styling
Ich halte mich grundsätzlich für stilsicher. Allerdings hatte ich mit 16 den gloriosen Einfall, einen entzündeten Pickel mit Kajalstift zu übermalen. Die Fotos hierzu liegen unter Verschluss.

Der Duft meines Lebens
Im Sommer liebe ich Bronze Goddess von Estée Lauder, im Winter Daisy von Marc Jacobs.

Meine teuerste Anschaffung
Teuer ist furchtbar und unnötig. Meine unnützeste Anschaffung allerdings war ein Haarglätter. Nie gebraucht, weil ich offenbar zu doof dafür bin.

Meine Stilvorbilder
Romy Schneider, Tippi Hedren und Ava Gardner

Bester Stresskiller
Baden. Mit der Katze schmusen. Einen Besuch bei meiner Kosmetikerin. Lyrik lesen, Langlaufen auf dem Wellenberg. Ach ja: Sex. Am besten mit einem Gegenüber, ansonsten tut es auch ein Hitachi Magic Wand.

Was man erfinden müsste …
Eine Bürste, die bei meinem dicken Haar nicht schlapp macht.

Immer in meiner Handtasche
Handcrème von Terra Naturi, Diorskin forever und Lidschatten Mystic Metallics! von Dior, der Artliner von Lancôme und Zahnpasta von Migros

PS. Ich schwöre nie.

Über Frauenhass, Opferschutz, Täterrechte und die politische Meinungsmache.

Der Fall der toten Sozialtherapeutin Adeline berührt mich sehr.
Ich bin betroffen, weil sie eine Frau in meinem Alter war, Mutter eines kleinen Kindes und berufstätig in einer Branche, über die die Mehrheit der Bürger nicht viel weiss und deshalb umso mehr mutmasst.

Schon als Adelines Verschwinden in den Medien gemeldet wurde, tauchten erste Mutmassungen auf Kanälen wie Twitter auf. Für die einen war klar, dass die „attraktive Therapeutin“ mit dem Häftling eine Affäre hatte und geflohen war. Hier kommt ganz offen der versteckte Hass auf Frauen, besonders auf jene, die im Sozialbereich tätig sind, ans Licht. Adeline ist plötzlich auf allen Titelseiten. Ihre natürliche Schönheit berührt, doch nun wird diese Frau in den Dreck gezerrt.

Schon kurze Zeit später melden sich Politiker und andere Schattenwesen zu Wort, die Adeline als unfähig und naiv bezeichnen und das System als unbrauchbar markieren. Nur wenige sprechen darüber, dass die Sozialtherapeutin einen Auftrag ausführte, den ihr jemand gegeben hat. Niemand hinterfragt, wie es der Frau dabei ergangen sein mag. „Weg mit der Kuscheljustiz!“ schreien sie. Dass es “Experten” in was auch immer gab, die dem mutmasslichen Täter Freigang ermöglichten, ist plötzlich unwichtig. Bei einer solch emotionalen Diskussion wird plötzlich jeder Zeitungsleser zum unumstösslichen Experten in Strafrecht, Psychologie und Stammtischphilosophie.

Dann wird Adeline tot aufgefunden. Jemand hat ihr die Kehle durchgeschnitten. Der mutmassliche Täter ist auf der Flucht. Die Medien analysieren den mutmasslichen Täter. Wer ist er? Wie gefährlich ist er? Warum durfte/musste die Frau ihn chauffieren? Die Diskussion geht nun in Richtung „darf eine Frau überhaupt einen solchen Täter alleine begleiten?“. Wir bemerken, dass hier das Bild der schwachen Frau zementiert wird. Gäbe es denselben Aufschrei, wenn ein attraktiver, junger Polizeibeamte gefesselt und getötet worden wäre? Würde man dann nicht eher die Frage nach „warum musste dieser Mensch das alleine tun?“ stellen?

Mir persönlich hängt die politische Diskussion über die Menschenrechte der Täter im Moment zum Hals heraus. Ich bin gegen die Todesstrafe. Ich halte nicht viel von Verstümmelung der Täter. Aber: ich würde mir wünschen, dass die politisch Verantwortlichen sich vermehrt mit den Opfern auseinandersetzten. Kein einziges politisches Lager stellt diese Frage, was symptomatisch für unser Land zu sein scheint. Jeder rettet seine dreckigen Felle ans Land. Die Opfer verkommen zur leidigen Kostenstelle.

Das Märchen von der Krähenfrau

Es waren einmal ein Mann und eine Frau. Sie trafen sich inmitten eines grossen Parks, umgeben von hohen, alten Bäumen an einem grossen See. Auf der Halbinsel lebten viele Vögel; Enten, Schwäne, Spatzen und Krähen. Es war Frühling. Sie redeten über dies und das und genossen auf einer Bank die Sicht aufs weite Wasser. Sie unterhielten sich gut und versprachen sich, am nächsten Tag wieder hier her zu kommen. Dies taten sie von nun an jeden Tag. Jeden Abend sassen sie nebeneinander auf der Bank, sprachen über ihr Leben, die Bücher die sie lasen und das Wetter.

Dem Mann fiel auf, wie schön die Frau war. Die Frau sah die warmen Augen des Mannes und war verzaubert von seiner Stimme. Als der Sommer kam, waren der Mann und die Frau umgeben von Badenden. Sie sassen weiterhin auf ihrer Bank. Manchmal berührten sich ihre Hände zaghaft. Am Ende des Sommers gab der Mann der Frau einen Kuss. Die Frau spürte, dass sie den Mann in jenen Monaten immer lieber gewonnen hatte. Sie freute sich jedes Mal, wenn sie ihn sah. Er flüsterte ihr liebe Worte ins Ohr, denn ihre Schönheit und ihre Klugheit gefielen ihm sehr.

Aber eines Tages wartete die Frau vergebens. Der Mann kam nicht mehr an den See. Sie machte sich Sorgen, doch da sie nicht wusste, wo er wohnte und wie sein Nachname war, konnte sie ihn nicht suchen.

Als er auch nach drei weiteren Tagen nicht mehr auftauchte, weinte die Frau bitterlich. Da bemerkte sie neben sich auf der Wiese eine grosse Krähe mit weissen Federn auf der Brust. Die Krähe blickte die Frau freundlich an. Da erzählte die Frau all ihr Leid und ihre Sorgen der Krähe. Auch als die Frau anfing zu weinen, blieb die Krähe.

Von dem Tag an kam die Frau jeden Tag in den Park, um die Krähe zu sehen. Es dauerte keine fünf Minuten, bis das Tier an ihrer Seite Platz nahm und ihr zuhörte. Die Frau brachte der Krähe Brot, Fleischstückchen und Früchte mit. Diese frass die Krähe genüsslich, in sicherem Anstand, von der Frau.

Nach ein paar Wochen gesellte sich auch eine zweite Krähe dazu.

So vergingen der Herbst und der Winter und der Frühling kam wieder.

Die Frau ging jeden Tag in den Park, ganz egal, ob es schneite, stürmte, regnete. Sie kannte bald alle Krähen des Clans. Sie waren zwar nicht zahm, aber sie kamen ihr langsam näher und verloren ihre Scheuheit. Die erste Krähe aber sass neben ihr auf der Bank und blickte sie an.

So vergingen die Jahre. Eines Tages fand die Frau ihre Krähe nicht mehr. Die anderen Krähen sassen auf dem grossen Baum und schwiegen. Da wusste sie, dass sie tot war. Die Frau sammelte die Federn der Krähen auf und begann daraus ein Kleid zu weben.

Die Menschen hielten die Frau für sonderlich. Sie nannten sie die Krähenfrau. Sie sprach immer weniger, bis sie schliesslich ganz verstummte.

Tag für Tag sass die Krähenfrau auf ihrer Bank am See und sprach mit den Kindern ihrer toten Krähe, schliesslich mit den Enkeln und den Urenkeln. Viel Zeit verging. Das Kleid aus Krähenfedern wurde immer dichter.

Eines Abends im September, die Frau blickte auf den See heraus, da traten ein Mann und seine Frau in den Park. Es war jener Mann, den die Frau so sehr herbei gesehnt hatte. Sie waren alle älter geworden. Der Mann hatte also eine andere Frau gefunden. Die Krähenfrau lächelte traurig. Als der Mann und seine Frau an der Bank vorbeikamen, hielten sie inne.
Die Krähenfrau hatte ihr Kleid aus Krähenfedern übergeworfen und blickte auf den See heraus.

Als der Mann und seine Frau sich neben sie setzen wollten, schwang die Krähenfrau ihre Arme und erhob sich vom Boden. Sie breitete ihre Arme, die zu Flügeln geworden waren, aus und flog in Richtung Himmel davon.

Der Mann und seine Frau staunten über die grosse Krähe, die eben noch auf der Bank gesessen hatte. Von dem Tag an hat niemals jemand mehr die Krähenfrau gesehen.

Von der Kraft weiblichen Fluchens

Es soll ja Männer geben, die finden fluchende Frauen furchtbar, ja sogar abstossend. Dies könnte man verstehen, wenn diese Sorte Männer Wert auf ihre Sprache legte und selber nur federweisse und süss klingende Worte benützte. Doch dies ist selten der Fall.

Dieser rückständige Schlag von Männer sieht die Frau als reines, unschuldiges Wesen an, über dessen Lippen niemals was Schmutziges kommen darf. Fluchen ist offensichtlich sehr phöse und abstossend. Willige Frauen, die Sperma schlucken, nicht. Seltsame Welt.

Aber kommen wir zurück zum Thema.
Fluchen ist etwas grundmenschliches. Fluchen ist gesund!

Ja, wirklich? fragen Sie.
Ja. Ich spreche aus eigener Erfahrung.
Ich bin ein eher stiller Mensch. Aber wenns mir mal die Hutschnur verjagt, dann fluche ich um des Gedärms willen. Ich bin überzeugt, wer immer nur schluckt (Wut, Emotionen, anderes), der wird krank. Ein kraftvoller Fluch rettet einen also davor, dass der Magen explodiert.

Also habe ich die Wahl, ob ich mich abreagieren oder brav in meinen Schoss glotzen und meine Wut runterschlucken will. Ich wähle immer ersteres.

Ich halte auch nicht viel davon, Flüche in abgeschwächter Form zu benützen. Ein lautes “Hueresiech” oder “Verdammte Scheisse” ist wesentlich wirkungsvoller als “Lampenschirm” oder “Sch…eibenkleister”.

Und so finde ich mich damit ab, dass mich Männer, die das Fluchen als letzte männliche Bastion neben dem Pinkeln im Stehen und dem Willisauer-Ringli-Wichsen retten wollen, doof finden. Aber damit ich kann ich sehr gut leben.