Schlampen für die NZZaS

Wenn frau etwas für ihre gute Laune tun will, dann sollte sie schwimmen gehen, ein Buch lesen, die Katze streicheln, aber niemals, niemals! die NZZaS lesen. Tut sie es dennoch, dann besteht die hohe Möglichkeit, dass sie das liebevoll zubereitete Sonntagsmahl in hohem Bogen in die frisch gereinigte Kloschüssel zurückbefördert.

Die NZZ, über Generationen eine Garantin für „guten“ Journalismus, hat sich in ihrer Sonntagsausgabe zu einem bunten Revolverblatt entwickelt. Da werden Tipps übers stilvolle Altern verteilt oder aber mit mit Beiträgen wie “Frau, aber richtig: die neuen Regeln (!) für das altersgerechte Frausein” träge Verdauungssysteme angekurbelt.

Frauen, über 30, die bauchfrei tragen, werden in diesem Blatt schnell mal als “Schlampen” betitelt. Das lässt mich sprachlos zurück ob soviel Überheblichkeit und offensichtlich hormoneller Überreiztheit. Was geht es einen Journalisten, eine Journalistin an, was ihre Leserinnen tragen und was nicht?

Die Sache mit der liberalen Haltung scheint in Sachen Mode bei der NZZ ein müder Darmwind zu sein. Leben und leben lassen? Aber nicht, wenn es um einen weiblichen Bauch geht, der nicht mehr dem pornösen Bild gewisser vom Leben gebeutelter Schreiberlinge entspricht. Nieder mit den Bäuchen! Notfalls einfach beschimpfen! Wenn die NZZaS sowas schreibt, kanns ja nur stimmen!

Da bleibt einem nur eines: zuschauen und wenn das Abo abgelaufen ist, nicht mehr erneuern. Und: mit nacktem Bauch auf der Terrasse liegen, Champagner trinken, ein Buch lesen und mit der NZZaS den Grill anfeuern.