Blogstöckchen

Ich hasse Vorsätze fürs neue Jahr. Rückblicke hingegen mag ich sehr. Deshalb nehme ich auch sehr gerne das Blogstöckchen von @swissroman an.

1. Meine liebste Twitterdiskussion in diesem Jahr handelte von…
Alle Diskussionen mit Leserinnen und Lesern über #laviniamorgan, mein erstes Buch. Das war befruchtend und wunderschön.

2. Wo holt Ihr die verlässlichsten Informationen im Netz?
Schwierige Frage. Ich gleiche ab, frage nach. Ich tausche mich mit Freunden aus. Ich bin misstrauischer geworden…

3. Fremde Menschen sollen miteinander über Social Media in Kontakt treten, weil…
sich so sehr oft Menschen kennenlernen, die als Freunde zusammenpassen. Die Sprache ist der Weg, über Landes- und Kulturgrenzen hinweg. Wenn sie sich dann im RL treffen, entstehen tolle Gespräche und Nähe.

4. Was verpassen Menschen ohne Internetzugang (gewollt oder ungewollt)?
Ich lebe seit 2001 mit Internetzugang. Diese Frage kann ich nicht beantworten bzw. masse ich mir nicht an, anderen Menschen irgendwas zu erzählen, was sie vielleicht gar nicht interessiert.

5. Wie hat Social Media Eure Lebensqualität verändert?
Das Leben ist irgendwie schneller geworden. Ich begrüsse die Möglichkeit der sozialen Interaktionen, die Möglichkeit, Menschen zu treffen, die ich sonst niemals im Leben kennen gelernt hätte. Themen wie Politik und Feminismus sind für mich noch wichtiger geworden als vorher. Ich tausche mir mehr aus als früher.

6. Welche Erfindung hättet Ihr gerne gemacht?
Das Rad.

7. Was hättet Ihr an Eurem 20. Geburtstag, wenn es denn da Twitter schon gegeben hätte, vertwittert?
David Bowie sieht wirklich toll aus.

Bonusfrage:

Welche 5 Gegenstände sind in Eurem Leben heute unabdingbar ?
Zündhölzer, Wattepad, Camouflage, Ohrenstäbli, Smartphone

Für 2014 wünsche ich meinen Lesern alles Liebe und Gute.

Hier sind meine 5 Fragen, die ich gerne einigen meiner liebsten Twitterer/Blogger stellen möchte

@querdenkender weil er den meines Erachtens besten Blog über Autismus betreibt

@fatimavidal  weil sie über Männer und Frauen mit sehr viel Leichtigkeit und Witz schreibt

@yseult weil sie Philosophin und Mutter ist und ich gerne mit ihr diskutiere

@nightlibrarian weil Museumsbesuche mit ihr ein Highlight sind.

@ellenCHSG weil klug, witzig und belesen

1. worüber hast Du dich auf Twitter 2013 am meisten gefreut?

2. Worüber hast Du dich geärgert?

3. Ganz ehrlich, was bedeutet Dir Facebook?

4. Welche Zeitschriften und Zeitungen liest Du?

5. Wie sehen Social Media in fünf Jahren aus?

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Wenn ein Frauenmörder von einer Journalistin zum Opfer gemacht wird

Frauenverachtung zeigt sich in vielerlei Facetten. Auf Twitter bin ich via Daniel Menna auf folgenden Zeitungsausschnitt gestossen:

Ich war schockiert, denn natürlich erinnere ich mich noch sehr gut an jene Tage, an denen Cantat Marie Trintignant erschlug.
Als Anhängerin des französischen Kinos traf mich die Nachricht, dass eine meiner absoluten Lieblingsactricen tot war, wie ein Schlag.

Mehr und mehr kamen die Details des Todes von Trintignant ans Licht. Gewalt. Eifersucht. Leidenschaft. Am Ende ist Marie tot, Cantat wird verhaftet und versucht, sich das Leben zu nehmen. Sehr dramatisch.

Das muss sich auch die Journalistin Brigitta Niederhauser gedacht haben. Ihre Rezension von Cantats neuer CD ist einerseits berührend, andererseits lässt sie einen sensiblen Menschen erstarren. So schreibt Niederhauser über „die Katastrophen, die Cantat widerfahren sind“.

Sprachlich gesehen ist diese Formulierung tatsächlich eine „Katastrophe“.
Cantat wird von Niederhauser hingestellt, als sei er ein Opfer, dem etwas furchtbares geschehen ist. Dass dieser Mann eine Frau getötet hat, ist hier nur noch eine Fussnote, eine Unterstreichung des tragischen Duktus dieses traurigen Helden.

Nachtrag vom 13.12.2013
Cantat wird in Frankreich in gewissen Kreisen als romantischer Held gefeiert. Doch offenbar nicht nur dort. Dabei sollte doch nicht vergessen gehen, wie er seine Freundin Marie getötet hat:
Er versetzte ihr mindestens vier schwere Ohrfeigen. Dabei trug er an seinen Händen grosse Metallringe. Er war angetrunken. Im Autopsiebericht steht, dass der Täter mehrfach Gewalt angewendet und Maries Kopf „in einen Punchingball verwandelt“ habe.
Frau stellt sich hier die Frage, was eine weibliche Journalistin dazu antreibt, eine hormongeschwängerte Liebesode an einen Mann zu schreiben, der einen Menschen derart zugerichtet hat. Mir dreht sich der Magen um.