Bett oder Küche?

Wir erinnern uns an unsägliche, peinliche Witze.

Ich habe mich immer schon gefragt, wer darauf kam und vor allem: wer diese lustig findet.

Doch was steckt dahinter?

Ehrlich gesagt kenne ich keinen einzigen Mann, der es anziehend findet, eine Frau für Küche und Bett zur immerwährenden Verfügung zu haben. Im Gegenteil. Die meisten meiner männlichen Freunde finden den (blossen) Gedanken an eine Hausfrau und Heiraten erschreckend. Sie wünschen sich teilzeitarbeitende, virile, schöne Frau, die mit Liebe und Leidenschaft für ihr Umfeld sorgt. Sozusagen eine Superwoman.

Anders verhält es sich bei meinen unverheirateten Freundinnen. Manch eine gibt unumwunden zu, dass es schon schön wäre, nicht mehr „draussen“ arbeiten gehen zu müssen und sich um Haus, Garten und Kinder kümmern zu können. Familienleben schauen sie vielleicht etwas zu romantisiert an. Als nicht verheiratete Frau stehe ich diesen Äusserungen kritisch gegenüber. Fragen wie: „was ist, wenn es nicht funktioniert? Wenn du unglücklich bist?“ werden von meinen Freundinnen weggeschoben.

„Wenn’s dann der richtige ist, stimmt das schon.“ Ich zucke die Schultern. Einspruch zwecklos.

Wesentlich spannender ist dann die Auseinandersetzung mit meinen Freundinnen über 40, die Haus, Kind und Garten schon fast hinter sich gebracht haben. Ich kenne keine einzige, glückliche Hausfrau und Mutter. Die meisten sind zwar nicht grad depressiv, aber doch desillusioniert. Die Kinder sind bald aus dem Haus. Die Beziehung mit dem Mann, in den sie einst schwer verliebt waren, liegt auf Eis. Man zahlt das Haus ab und versucht mit viel Mühe wieder in den Beruf einzusteigen.

Macht die Ehe uns Frauen zu Sklavinnen? Was geben wir für Kinder, Haus und den Mann auf? Und wie verhält sich die ganze Chose für Männer? Es bleibt spannend.

Eine richtige Frau.

Das Phänomen „Star des Tages“ fasziniert mich seit längerer Zeit.
Immer wieder frage ich mich von neuem, wie eine junge Frau dazu kommt, sich vor einer Kamera ausziehen. Sie posiert dazu in mehr oder weniger eleganter Unterwäsche und die dabei entstandenen Bilder werden für ein Trinkgeld in der grössten Tageszeitung Helvetiens veröffentlicht.

Ist das wirklich eine mutige Sache?

Die steckbriefartigen Beschreibungen wie z.B. „Brünhilde (22) aus Seldwyla arbeitet als Reisebegleiterin. Der Star des Tages (1.85m, 85kg) hat einen Freund, lebt aber alleine.“ sind schon sehr klischeehaft. Die Fragen, die die Frauen zu beantworten haben, entbehren jeglicher Logik und zeigen lediglich deren vermeintliche Oberflächlichkeit.

Im Falle von Brünhilde würde die Antworten wohl so lauten:

Erotisch finde ich…
blonde Dauerwellen

An mir mag ich besonders…
meine Stimme.

Auf meinem Nachttisch…
ich habe keinen Nachttisch

Mein erstes Mal…
war apokalyptisch

Als BLICK-Girl will ich…
mir einen Traum erfüllen und coole Fotos machen.

Mein grösstes Laster…
Ich singe in den unpassendsten Momenten.

Im Bett trage ich…
einen Helm.

Sex nicht im Bett,sondern…
auf einem Pferd.

Den würde ich nicht von der Bettkante stossen…
Siegfried.

Mein Fetisch…
mein Harnisch

In meinem Liebesleben darf nicht fehlen…
Feuer.

Erschreckend finde ich, dass die jungen Frauen jeweils einen Tag nach dem „Auftritt“ stolz von sich geben, wie viel Lob sie von Nachbarschaft, Arbeitskollegen und Chefs bekommen haben. Welche Frau, die noch ganz bei Trost ist, will denn bitteschön, dass jeder Trottel weiss, welche Formen sie unter Rollkragenpulli und Pencilskirt verbirgt? Hat das wirklich mit Selbstbewusstsein und Stolz auf den eigenen Körper zu tun, wenn frau sich zur Wichsvorlage degradieren lässt? Ich behaupte, es ist das Gegenteil davon.