Übers Kratzen, Beissen und Kotzen.

Es gibt Tage, da liest frau einen Artikel und denkt: „Ich glaube, ich sehe nicht richtig.“ Genau so ist es mir am Samstag beim Lesen dieses Artikels über Schulische Auszeiten von Mädchen unter 15 Jahren gegangen.

Der Jugendpsychologe Allan Guggenbühl, bekannt aus Zeitung und Fernsehen, gibt seine Einsichten über Mädchen zum besten. Er tut dies auf eine Art und Weise, die mich nicht einfach ratlos, sondern wütend zurücklässt.

So erfahren wir von Guggenbühl, dass sich die Gewalt bei Mädchen anders ausdrückt als bei Jungen. Mädchen sind wohl nicht fähig, ihre Gefühle auszudrücken. Deshalb schwelt es lange in ihnen, dann kommt der „extreme Ausbruch“. Mädchen kratzen, schreien und beissen. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mir das in dieser Art und Weise noch nicht untergekommen ist. Aber vielleicht sieht im Kanton Basel-Land auch alles etwas anders aus als hier im Thurgau. Hier flippen Mädchen aus. Sie schlagen auch mal zu.
Wir erfahren auch, dass Mädchen dann so tun, als wären sie unschuldig und nicht zugeben, was passiert ist. Klaro. Ganz offensichtlich hat der Mann keine Erfahrung mit pubertierenden Menschen jeglichen Geschlechts.

Guggenbühl zementiert hier Stereotypen. Er macht es offensichtlich gerne, denn schon beim nächsten Punkt erklärt er, dass die beissenden und kratzenden Mädchen „keine Mannsweiber“ sind. Er verwendet hier ein zutiefst abfälliges Wort. Aber es wird noch besser. Die gewalttätigen Mädchen bezeichnet er als „Tussis“.

Als nächstes erfahren wir, dass die Mädchen, die durch diese Gewalt auffallen, sich offensichtlich an Leuten aus „machistischen Kulturen“ orientieren. Ich lache hart, denn er erklärt, dass die Mädchen dann offensichtlich dazu „neigen, sich zu wehren“.

Das geht natürlich gar nicht!
Junge Frauen haben still zu sein. Nicht aggressiv. Besser, sie ritzen sich oder kotzen, als dass sie ausrasten. Denn die offensichtliche Gewalt gehört den Jungen und den Männern.

Herr Guggenbühl, Sie widern mich an.

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4 thoughts on “Übers Kratzen, Beissen und Kotzen.

  1. Gerade gelesen, wirklich ganz schön hässlich, wie er denkt. Wenn es einen Grund gibt, warum Mädchen nicht über solche Gewaltaktionen sprechen, dann sind es solche Leute, die das als unmögliches Verhalten betiteln.

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