Ans Ruder, Frauen (und Männer!)

Man kann sich fragen, was das Abstimmungsergebnis für uns alle bedeutet. Vielleicht sind wir ja wirklich so einer Art Zwang entkommen. Denn nur weil etwas in der Verfassung steht, bedeutet es ja noch lange nicht, dass es auch wirklich gelebt wird.

Gerade in der Anerkennung von Familienarbeit, Hausarbeit und Erwerbstätigkeit scheint eine grosse Diskrepanz zu liegen. Hat man ja in dieser Abstimmung gemerkt. Die Alleinerziehenden schiessen gegen die Vollzeitmamis, die Hausfrauen beklagen sich über die arroganten Kinderlosen, die Karrierefrauen missverstehen die Meinung der Familienmanagerinnen. Und wozu führt das alles?

Genau. Zu einem Abstimmungsergebnis und einem Streit unter Frauen. Das ist doch genau das, worüber sich eine gewisse Gruppe von Männern (und bestimmt auch Frauen) freut. Zwietracht ist das beste Mittel, um Leute zu manipulieren und sie auf die eigene Schiene (welche politische Farbe die auch immer trägt) zu bringen.

Ich würde mir für Quartiere und Dörfer, die keine Krippe haben, wünschen, dass Frauen und Männer Verantwortung übernehmen und sich organisieren. Das wäre dann so eine Art Genossenschaft. Die Einlage besteht aus Zeit und Räumen. Die Mütter und Väter könnten beispielsweise Nachbarn und Freunde fragen, ob sie sich beteiligen wollen. Vielleicht würden sich ja auch engagierte andere, vielleicht sogar Erwerbstätige, verpflichten.

Die ganze Aktion beruhte auf Vertrauen. Vielleicht aber bin ich zynisch, wenn ich davon ausgehe, das so etwas in diesem Land gar nicht möglich ist, da jeder nur für seinen Vorteil schaut.

Schade.

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5 thoughts on “Ans Ruder, Frauen (und Männer!)

  1. Zynisch ? Wunschdenken ?
    Nein, realistisch.
    In unserer Region gibts einige Kinderkrippen die auf privater Basis betrieben werden. Hausfrauen die sich so auch einen Zusatzverdienst erwirtschaften.
    Hier spielt der Wettbewerb und Kinder sind anspruchsvolle Kunden. Will heissen, dass die Qualität der Krippen hoch ist.
    Wenn nun aber der Staat hier auch mitmischen würde, könnte dies zum Nachteil dieser privat organisierten Krippen sein. LG @belzig

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  2. Ich verbringe einige Zeit in Brasilien (nicht da, wo die vielen Touristen sind) und sehe, dass sich da, wie früher in der Schweiz auch, die Mütter und Väter organisieren. Die Familienbanden spielen noch, die Nachbarn helfen so gut wie möglich. Bei uns müsste dies wieder gelebt werden. Doch für die Städte sehe ich hier keine Aussicht auf Erfolg. Da weiss man ja schon nicht, wie sein Nachbar in der Wohnung nebenan heisst. So würde man den Leuten ja auch nicht seine Kinder anvertrauen. Auf dem Land ist dies (hoffentlich) noch anders.

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  3. Die Idee ist wunderbar, die Menschen auch – an denen würde es nicht scheitern. Aber da gibt’s noch das Reh-gleh-mennt! Und das Reh-gleh-mennt hat immer Recht! Wo kämen wir denn da hin, wenn man für 2-jährige nicht getrennte WCs anbieten kann! Da könnte ja jeh-derr kommen! Nein, nein, nein. Und die Farbe an den Wänden ist auch nicht eine der zwei zugelassenen Marken! Und der Teppich, der Teppich erst! Was? 7 Kinder auf 10.5 Quadratmetern? Das geht gar nicht! Un-möh-glichch!!
    Es gibt Kantone, da müssen hütende Grossmütter einen Tagesmutterausweis beantragen und die Vorschriften erfüllen, Stempelgeld bezahlen und was halt sonst noch so alles dazu gehört.
    Schade, schade ist die eidg. Vorlage nicht durchgekommen um endlich diesem Kantönli-Regelemtierungswahnsinn einen Riegel zu schieben. In diesem Fall wäre nämlich für einmal mehr zentralisierung weniger Staatswahnsinn gewesen, schlicht und einfach weil bessere Kontrollinstanzen existieren, die übermotivierte Beamte in ihre Schranken weisen können.
    Herzliche Grüsse von einer, die ein Hort-Projekt am Beerdigen ist, weil die Treppe 10 Zentimeter zuwenig breit ist.

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