Warum Nähen ein feministisches Statement ist

Wenn ich offen zugebe, als Feministin einem Frauen-Handwerk, ja sogar noch schlimmer: Frauen-Hobby, nachzugehen, werde ich schnell einmal schief angeschaut. Die Blicke in Form von „wie kannst du nur?“ sind unbeschreiblich. Handarbeiten sind offensichtlich unmodern, unfeministisch und ganz und gar zu verachten.

Dass Handarbeiten die motorische Entwicklung von uns Menschen fördern, scheint in Zeiten des Frühchinesisch im Kindergarten, unterzugehen. Schade.

Nähen ist ein zutiefst selbstbewusstes, ja feministisches Statement:
Indem ich dem Stoff eine Form gebe, ein Schnittmuster auflege und ausrechne, wie ich welche Masse ändern muss, damit der Stoff an meinen Hintern passt, und nicht umgekehrt, sage ich ja zu mir selbst.
Beim Nähen sind Konfektionsgrössen Richtlinien, die sich an genormte Werte halten. Kaum eine Frau, ja sogar ein Mensch, passt da rein. Eine jede muss abändern. Mal sind’s ein paar cm an den Hüften zu viel, mal an der Oberweite oder der Taille zu wenig.

Wenn ich nähe, gibt es lediglich gute und schlechte Nähte. Alles andere ist unwichtig.

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